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09.06.2015
G7 legt sich auf Klimaschutz fest

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09.06.2015
Bayerischer Mittelstandspreis 2016

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09.06.2015
Griechenland wieder am Kapitalmarkt

Griechenland versucht in einer prekären Liquidität...


Verstärkung

Unternehmerpersönlichkeiten gesucht
Das EWiF sucht in ganz Deutschland Unternehmerpersönlichkeiten für die aktive Gewinnung und Betreuung seiner Mitglieder. Dies kann nach der Übergabe des Unternehmens eine interessante Aufgabe sein, um mit der Wirtschaft weiter in Kontakt zu bleiben. Bei Interesse oder für eine Empfehlung nehmen Sie bitte Kontakt auf.

 

Kontakt

Europäisches Wirtschaftsforum e.V. - EWiF

Verbindungsbüro Brüssel
c/o EUROPEAN COMMUNICATIONS
Dr. Ingo Friedrich
166 Avenue Louise
B-1050 Brüssel

 

 

Europäisches Wirtschaftsforum e.V. - EWiF
Deutschland
Friedrichstraße 149
D-10117 Berlin
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Fax: +49 (0)30 / 692 02 08 69

Europäisches Wirtschaftsforum e.V. - EWiF

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Edelsbergstraße 8
D-80686 München
Tel.: +49 (0)89 / 2 15 55 35-90
Fax: +49 (0)89 / 2 15 55 35-99

 

 

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Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!

Bildung ist eine Zukunftsnotwendigkeit

Es gibt kein wichtigeres Fundament für unseren Wohlstand als eine qualitativ hochwertige allgemeine und berufliche Bildung, die weite Teile der Bevölkerung und der Beschäftigten einschließt und sie mit kontinuierlicher Weiterbildung für die Anforderungen des modernen Berufslebens fit hält. Spätestens mit der Diskussion um die Pisastudien der OECD ist die zentrale Bedeutung von Bildung und Berufsbildung für die Beschäftigungschancen jedes Einzelnen wie für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft insgesamt ins öffentliche Bewusstsein gerückt, und es ist Bewegung ins Bildungssystem gekommen. Deutschland verfügt nach wie vor über viele hoch qualifizierte und gut ausgebildete Beschäftigte. Es sind aber noch erhebliche Investitionen nötig, um das „Bildungskapital“ in Deutschland zukunftsfest zu machen, das heißt, es zu verbreitern und in der Spitze zu festigen. Vor diesem Hintergrund sind die wesentlichen Ergebnisse der Qualifizierungsinitiative zu begrüßen, die Bund und Länder im Oktober 2008 gemeinsam beschlossen haben. Das EWiF fordert die Verantwortlichen nachdrücklich zu einer zügigen Umsetzung dieser Beschlüsse auf, denn der Erfolg der Initiative darf nicht wie so oft im föderalen Kompetenzgerangel aufs Spiel gesetzt werden. Dies gilt umso mehr, als die Finanzierungsspielräume durch die konjunkturbedingten Einnahmeausfälle wieder enger geworden sind. Eine erfolgreiche Qualifizierungsinitiative erfordert neben staatlichen Bildungsreformen und dem Einsatz zusätzlicher öffentlicher Mittel zugleich aber auch größere individuelle Anstrengungen, die eine unabdingbare Grundvoraussetzung für den persönlichen Bildungserfolg sind, sowie die Wahrnehmung der Verantwortung, die die Wirtschaft für die berufliche Bildung und das lebenslange Lernen trägt und zu der sie sich auch vorbehaltlos bekennt.

 

Defizite ausgleichen


Die Unternehmer können allerdings nicht als Nachhilfelehrer der Nation fungieren und Bildungslücken schließen, die sich bei vielen Schulabgängern schon bei elementaren Kenntnissen wie Rechnen und Schreiben oder in der Lerndisziplin auftun. Auch der Staat kann natürlich nicht alle Versäumnisse, die oft schon im familiären Umfeld zu verzeichnen sind, ausgleichen. Das EWiF sieht in einer intensiveren vorschulischen Erziehung einen wichtigen Schlüssel für die Verbesserung des gesamten Bildungssystems. Sie begrüßt die Anstrengungen, die Bund und Länder zum Ausbau der Kinderbetreuungsplätze unternehmen, weist gleichzeitig aber auf den noch erheblichen Bedarf zur besseren Integration von Kindern mit Migrationshintergrund hin. Mittelfristig so rasch wie möglich sollten mit der Einführung einer Vorschulpflicht für alle Kinder die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Absolvierung der Schule verbessert und damit ein Beitrag zur Senkung der viel zu hohen Zahl von Schulabgängern ohne qualifizierten Abschluss geleistet werden. Zur Sicherung und Verbesserung der Qualität der schulischen Ausbildung begrüßt das EWiF, dass die Kultusminister der Länder verbindliche bundeseinheitliche Bildungsstandards vereinbart haben. Diesen Weg gilt es konsequent weiter zu gehen mit anspruchsvollen Standards in allen Bereichen der schulischen Bildung und konsequenter Überwachung ihrer Einhaltung, um die Ausbildungs- und Hochschulreife der Schulabgänger in ganz Deutschland auf einem vergleichbaren und hohen Niveau zu sichern. Im Bewusstsein der Problematik der Herstellung eines wirklich objektiven Leistungsvergleichs zwischen den Schulen plädiert das EWiF gleichwohl für die Einführung von Schulrankings, mit denen alle Beteiligten, die Schülerinnen und Schüler eingeschlossen, zu größeren Anstrengungen bei der Erreichung der Lernziele motiviert werden.


Dynamik berücksichtigen


Mit dem Dualen System der beruflichen Bildung verfügt Deutschland über ein einzigartiges System, in dem der Erwerb von Grundlagenwissen in den Berufsschulen und die praktische Qualifikation in den Unternehmen eng und sinnvoll miteinander verzahnt sind. Die kleinen und mittleren Unternehmen stehen zum Dualen Ausbildungssystem und werden weiterhin mit viel persönlichem Engagement ihrer Inhaber und Ausbilder einen großen Teil der Ausbildungsleistungen der Wirtschaft erbringen. Notwendig bleibt die ständige Anpassung der Berufe und Ausbildungsordnungen an die sich im Strukturwandel und technischem Fortschritt permanent ändernden Qualifikationsanforderungen ebenso wie die Schaffung differenzierter, den unterschiedlichen Begabungen der Auszubildenden gerecht werdenden Ausbildungswege. Mit der Einführung von zweijährigen, schlanken und weniger komplexen Berufsausbildungen ist ein Durchbruch vor allem zugunsten leistungsschwächerer Schulabgänger erreicht worden. Forderungen nach einer Ausbildungsplatzabgabe zur Sicherung eines ausreichenden Ausbildungsplatzangebotes lehnt das EWiF strikt ab. Eine solche Abgabe würde die Finanzierung einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe alleine der Wirtschaft aufbürden und auch Betriebe belasten, die aus objektiven Gründen das staatlich vorgegebene Ausbildungssoll nicht erfüllen können. Zusätzliche Bürokratie wäre vorprogrammiert. Diese Einwände gelten im Wesentlichen auch gegenüber einem allgemeinen Bonus für überdurchschnittliche Ausbildungsleistungen, insbesondere bei einer Finanzierung im Rahmen der Arbeitslosenversicherung mit negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Lohnzusatzkosten. Das EWiF plädiert vielmehr für eine steuerliche Entlastung aller kleinen und mittleren Unternehmen, die ausbilden, um deren erhebliche Kostenbelastung spürbar zu mindern. Der Einsatz zusätzlicher Steuermittel zugunsten von Ausbildungsbetrieben erscheint auch vor dem Hintergrund gerechtfertigt, dass die öffentlichen Ausgaben für Bildung in Deutschland im internationalen Vergleich bislang nicht zuletzt wegen der Ausbildungsleistungen der Unternehmen im Dualen System so niedrig liegen.


Grenzen durchlässig machen


Das deutsche Bildungssystem zeichnet sich durch eine starke Segmentierung aus und die Grenzen der unterschiedlichen Bildungsbereiche sind häufig nur schwer zu überwinden. Das vorhandene Potenzial an Begabungen kann bei mangelnder Durchlässigkeit zwischen den Bildungsbereichen nicht voll ausgeschöpft werden und die Durchlaufzeiten durch das Bildungssystem werden unnötig verlängert. Besonderes Augenmerk ist dabei nach Ansicht des EWiF auf den Übergang von der beruflichen Ausbildung in die Hochschulen und Fachhochschulen zu richten. Mit größerer Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulsystem ließen sich der deutliche Rückstand in der Zahl deutscher Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung im internationalen Vergleich verringern, die Attraktivität der beruflichen Bildung für die Jugendlichen und die Unternehmen steigern, Weiterbildung und lebenslanges Lernen im Rahmen berufsbegleitender Studienangebote fördern und den Bedürfnissen der Wirtschaft nach hoch qualifizierten praxisorientierten Mitarbeitern Rechnung tragen.

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