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09.06.2015
G7 legt sich auf Klimaschutz fest

Die G7-Staaten (USA, Frankreich, Großbritannien, I...


09.06.2015
Bayerischer Mittelstandspreis 2016

Heuer werden bereits zum zehnten Mal Unternehmen a...


09.06.2015
Griechenland wieder am Kapitalmarkt

Griechenland versucht in einer prekären Liquidität...


Verstärkung

Unternehmerpersönlichkeiten gesucht
Das EWiF sucht in ganz Deutschland Unternehmerpersönlichkeiten für die aktive Gewinnung und Betreuung seiner Mitglieder. Dies kann nach der Übergabe des Unternehmens eine interessante Aufgabe sein, um mit der Wirtschaft weiter in Kontakt zu bleiben. Bei Interesse oder für eine Empfehlung nehmen Sie bitte Kontakt auf.

 

Kontakt

Europäisches Wirtschaftsforum e.V. - EWiF

Verbindungsbüro Brüssel
c/o EUROPEAN COMMUNICATIONS
Dr. Ingo Friedrich
166 Avenue Louise
B-1050 Brüssel

 

 

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Fax: +49 (0)89 / 2 15 55 35-99

 

 

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Was ist eine faire Steuerpolitik?

So verschieden die Positionen der Betrachter auch sein mögen: Alle kommen bestimmt zu dem Ergebnis, dass die rund 33.000 derzeitigen Regeln und Bestimmungen von niemandem mehr zu beherrschen sind, bzw. eingehalten werden können.

 

Weniger ist mehr.

 
Der Unternehmensteuerreform 2008 verdankt die investierende Wirtschaft deutlich niedrigere Steuersätze, und mit der Abgeltungsteuer ist die Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen neu und besser gestaltet worden. Das von der Politik gerne propagierte und gerade für die mittelständische Wirtschaft wichtige Ziel einer spürbaren Vereinfachung des Steuerrechts ist bei dieser Reform allerdings auf der Strecke geblieben. Im Endeffekt ist das deutsche Steuerrecht sogar noch komplizierter geworden, und die dauernden Steuerrechtsänderungen beanspruchen die Unternehmen Jahr für Jahr in erheblichem Maße.

Auch in den kommenden Jahren wird das EWiF die Steuerpolitik mit besonderer Aufmerksamkeit begleiten. Auf kurze Sicht geht es um die Lösung einiger neu geschaffener, drängender Probleme für mittelständische Unternehmen, die im Vergleich zu den großen Kapitalgesellschaften durch die Unternehmensteuerreform ohnehin nur unzureichend entlastet werden. Mit dem Bürgerentlastungsgesetz wurden zwar gewisse Korrekturen und zusätzlich die überfällige Ausweitung der Grenze für die Zulässigkeit der Ist-Besteuerung bei der Umsatz-steuer erreicht. Deren Befristung steht allerdings im Widerspruch zu der Erkenntnis, dass es sich um notwendige Berichtigungen von systematischen Unstimmigkeiten im Steuerrecht sowie um eine besonders wirksame Maßnahme zur Verbesserung der Liquidität kleiner Unternehmen handelt. Das EWiF setzt sich nachdrücklich für die Revision der missratenen Neuregelung zur Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter ein. Diese ist bürokratisch und entzieht den kleinen Mittelständlern dringend notwendige Liquidität. Das EWiF fordert daher eine Anhebung der seit über 40 Jahren nominell unveränderten und jetzt sogar auf fast ein Drittel gesenkten Wertgrenze für die steuerliche Absetzbarkeit geringwertiger Wirtschaftsgüter auf mindestens 1.000 €, ohne dass damit auch nur ein annähernder Ausgleich des inflationsbedingten Wertverlustes erreicht würde. Die einmalige Belastung der öffentlichen Haushalte könnte durch eine Begrenzung der kumulierten Sofortabschreibung je Steuerpflichtigen auf 25.000 € im Jahr gemildert werden.


Ein weiterer Fehler der Steuerreform liegt darin, dass für Personenunternehmen die Steuerschuld auf einbehaltene Gewinne nicht mit dem ermäßigten Steuersatz belastet, sondern als Entnahme behandelt wird. Ein Unternehmer, der dem Höchststeuersatz von 45 % unterliegt und der den gesamten Nettogewinn im Unternehmen belassen will, wird deshalb tatsächlich mit 33,93 % und nicht mit dem ermäßigten Satz von 28,25 % belastet. Dieser Fehler sollte möglichst rasch korrigiert werden.

 

In mittelfristiger Perspektive darf sich die Politik nicht länger um die Aufgabe herumdrücken, das Steuerrecht drastisch zu vereinfachen. Der Bundesverfassungsrichter a. D. Professor Paul Kirchhof hat hierfür wichtige Orientierungen gegeben. Im Mittelpunkt seiner Reformvorschläge für die Einkommensbesteuerung stehen

  • eine gründlich entschlackte und damit deutlich verbreiterte Steuerbemessungsgrundlage,
  • ein einheitlicher Steuersatz in Höhe von 25 % sowie
  • der Verzicht auf die bisherige Unterscheidung von 7 Einkunftsarten, die durch einen einheitlichen Grundtatbestand ersetzt werden sollen.


Das EWiF UMU fordert eine möglichst einfache Einkommensbesteuerung mit einem moderaten Stufentarif und mit einer breiten Bemessungsgrundlage, die weitestgehend auf Ausnahmetatbestände, Sondernormen und Lenkungsmaßnahmen verzichtet. Eine konsequent nach diesen Erwägungen konzipierte Einkommensteuerreform hätte differenzierte Be- und Entlastungswirkungen zur Folge, die die einzelnen Steuerpflichtigen individuell sehr unterschiedlich treffen können. Die Vorteile eines stark vereinfachten und systematisch klaren Einkommensteuersystems für die gesamte Volkswirtschaft, für Bürger wie Unternehmen sind nach Ansicht des EWiF so erheblich, dass damit für einzelne Teile - auch der mittelständischen Wirtschaft - verbundene Belastungen akzeptiert werden können. Um die politischen Realisierungschancen eines solchen Reformprojektes zu verbessern, könnte auch eine schrittweise Umsetzung mit nach und nach sinkenden Steuersätzen und gradueller Verbreiterung der Bemessungsgrundlage ins Auge gefasst werden. Darüber hinaus müssen die Abschaffung des Solidaritätszuschlages und die Beseitigung des Fossils Gewerbesteuer nach Ansicht des EWiF im Zentrum einer zukunftsweisenden Steuerpolitik für Deutschland stehen.

 

Die Experten aus namhaften Steuerkanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesesllschaften unterstützen das EWiF beim Indentifizieren von unleidigen Steuerregelungen, zudem veranstalten wir eine bundesweite Vortragsreihe mit dem Staats- und Steuerrechtler, Prof. Dr. Paul Kirchhof, um dessen Konzept für eine umfassende Reduzierung der Steuerregeln in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

 

Weiteres hierzu siehe unter Veranstaltungen.

 

Wenn Sie weitere Anregungen für steuerpolitische Initiativen haben, so schreiben Sie uns diese gerne.

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