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Sie sind hier: Startseite  Presse  Interview mit Marc Kloepfel und Duran Sarikaya über Einkauf

Im Einkauf liegt die Rendite

Marc Kloepfel
Duran Sarikaya

Interview mit den Herren Senator Marc Kloepfel und Duran Sarikaya, Gründer und Geschäftsführer der Kloepfel Consulting GmbH. Die Fragen wurden gestellt von Volker Knittel (EWiF).

 

 

Zu den Interviewpartnern:

Kloepfel Consulting ist eine Beratungsgesellschaft mit dem Stammsitz in Düsseldorf. Seit zehn Jahren berät das Unternehmen mittelständische Unternehmen und Behörden bei der Beschaffungsoptimierung. Die Dienstleistung wird durch einen Anteil des eingesparten Einkaufsvolumens bezahlt. Marc Kloepfel und Duran Sarakaya haben sich bereits im Studium kennen und schätzen gelernt und nach dem Abschluss mit diesem Consultingunternehmen selbstständig gemacht. Herr Kloepfel wurde 2015 in den Senat des Europäischen Wirtschaftsforums e.V. berufen.

 

EWiF: Wie sind Sie auf die Idee zu Kloepfel Consulting gekommen?

 
Marc Kloepfel (MK):
Blickte man im Jahr 2007 auf den deutschen Einkaufsberater-Markt, suchte man vergeblich nach langfristigen, nachhaltigen und effizienten Dienstleistungen. Pure Kostendrückerei zu hohen Tagessätzen bestimmte den Markt und formte langsam aber sicher die heutige Vorsicht in den Köpfen mittelständischer Unternehmer. Mit der Gründung der Kloepfel Consulting GmbH wollten wir diesen Missstand wandeln, indem wir zu 100 Prozent erfolgsabhängig auf lange Sicht den Einkauf mittelständischer Unternehmen optimieren.

 

EWiF: Ist Ihr großes Vorbild José López, der ehemalige bei allen VW-Lieferanten gefürchtete Chefeinkäufer des Volkswagenkonzerns?

 
Duran Sarikaya (DS):
Als unser Vorbild würde ich José López nicht beschreiben. Seine Konsequenz und Hartnäckigkeit in Verhandlungen war bewundernswert und außerordentlich, allerdings hat der sogenannte „López-Effekt“ nicht umsonst eine negative Konnotation. López gehörte seiner Zeit sicherlich zu den weltweit besten „Kostendrückern“, was allerdings noch lange keinen guten Einkäufer auszeichnet. Positive Beziehungen zu Lieferanten und gute Qualität sind mit nichts zu ersetzen. Ein Mann der auch als „Würger von Wolfsburg“ bekannt ist, besetzt da kaum eine Vorbildfunktion.

 

EWiF: Wie überzeugt man einen Geschäftsführer, einem Externen einen Blick in die eigenen Lieferantenbeziehungen zu ermöglichen?

 

DS: Als Unternehmensberatung genießen wir leider nicht den Luxus, einem potenziellen Kunden eine Probe unseres Produkts in die Hand drücken zu können. Wir müssen zunächst eine Vertrauensbasis schaffen, um ihm in einem nächsten Schritt die Potenziale aufzeigen zu können. Sobald das Vertrauen hoch genug ist, können wir dem Unternehmer seine Potenziale aufzeigen, welche die Erwartungen meistens um ein Vielfaches übertreffen. Um dieses Vertrauen zu schaffen, sind Referenzen und Praxisbeispiele das A und O. Wenn ein Geschäftsführer sieht, dass beispielsweise einer seiner Marktbegleiter mit unseren Beratungsleistungen erfolgreich war, wird er diese Dienstleistung für sein eigenes Geschäft auch erwägen.

 
EWiF: Wegen des Internets haben wir weltweit einen großen Wettbewerb, auch bei den Preis-Leistungsverhältnissen. Wo liegen denn überhaupt noch potenzielle Einsparungsmöglichkeiten?  

 

MK: Wer sich, wie Kloepfel Consulting, ein ganzes Jahrzehnt mit den Einsparungsmöglichkeiten im Einkauf des deutschen Mittelstands beschäftigt hat, der kennt für nahezu jede unternehmerische Situation den richtigen Einsparhebel. Das Internet sorgt zwar für extreme Vergleichbarkeit, bietet aber gerade wegen seinem enormen Umfang eine Fülle an Möglichkeiten zur Optimierung von Beschaffungskosten- und Prozessen. Um diese Möglichkeiten vollständig erfassen und umsetzen zu können, haben wir die Kloepfel Digital Transformation GmbH gegründet.

 
EWiF: Haben Sie für Ihre Beratung einen Branchenfokus?

 
DS:
Grundsätzlich betreuen wir Kunden aus den Branchen Automotive, Baugewerbe, Dienstleistungsunternehmen, Handel, Konsumgüterindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Möbelindustrie, Pharma & Health Care, Private Equity und Sonderfahrzeugbau. Darüber hinaus sind allerdings alle Branchen für unsere Optimierungsprojekte denkbar.

 
EWiF: Sie haben auf einem Rheinausflugsschiff im Juni Ihren zehnten Geschäftsgeburtstag gefeiert. Was war der beste unternehmerische Erfolg für Ihr Unternehmen?

 
MK: Zurückblickend ist es schwer, einen spezifischen Erfolg herauszustellen. Vielmehr ist es die gesamte „Kloepfel Story“, deren Drehbuch wir über die Jahre reif für den Deutschen Filmpreis gemacht haben. Höhen und Tiefen, wir haben alles erlebt und im Unternehmen gemeinsam bewältigt. Für unsere mittlerweile mehr als 600 Mandate haben wir Millionen an Euros nachhaltig eingespart und waren bei jedem dieser Euros mit Herzblut dabei. Das verdanken wir nicht zuletzt unserer funktionierenden Unternehmenskultur und selbstverständlich unseren Mitarbeitern. Wie es weitergeht ist klar: Die „Kloepfel Story“ wird reif für den Oscar gemacht.

 

EWiF: Welche Ziele verfolgen Sie für die nächste Dekade?

 

DS: Wir leben in Zeiten des digitalen Wandels, die Technik schreitet unsagbar schnell voran. Daher ergeben sich viele Ziele kurzfristig, was Flexibilität sowie Spontanität erfordert. Fest steht, dass wir auch in den nächsten zehn Jahren unser stetiges Wachstum beibehalten wollen. Für unsere Kunden wollen wir künftig eine All-in-one-Lösung sein, die jegliche Beschaffungs- und Einsparungsthematiken abdeckt. So kann die Kloepfel Group schon jetzt auf die Expertise der verschiedenen Kloepfel Gesellschaften zurückgreifen.


EWiF: Wie lange benötigen Sie, um das Einsparpotenzial in einem Unternehmen herauszufinden? Nutzen Sie hierfür die Aussagen der Einkäufer und gehen Sie in die ERP-Programme und schauen sich selbst die Lieferverträge an?

 

MK: Um das Einsparpotenzial eines Unternehmens zu ermitteln, nutzen wir unseren sogenannten „Potenzial-Workshop“. Dabei ist es essenziell, dass wir uns vorab  mit allen für den Beschaffungsprozess relevanten Mitarbeitern des Unternehmens gemeinsam zusammensetzen. Dabei reden wir von Produktionsingenieuren, verantwortlichen Einkäufern aber auch Vertrieblern, die das Produkt letztendlich beim Kunden unterbringen müssen. Im nächsten Schritt stellen wir eine ganze Menge an Fragen, um einen umfassenden Überblick zu erhalten. Finden wir auf jede Frage eine Antwort, ist das Einsparpotenzial des Unternehmens an nur einem Tag ermittelt.

 

EWiF: Was wird die Digitalisierung in Ihrem Beratungsmetier verändern?

 

DS: Die Digitalisierung bringt eine Vielzahl an Chancen und Möglichkeiten für Beratungsunternehmen mit sich. So ist es uns beispielsweise möglich, statt nur unserer reinen Beratungsleistung auch eine Software, wie den Einkaufs-Tracker, anzubieten. So können wir unsere Kunden in allen Belangen unterstützen. Hinsichtlich der Prognose, dass der operative Einkäufer künftig durch Maschinen und Software ersetzt wird, ändern sich auch die Anforderungen an unseren Beratungsumfang. Unsere Berater müssen in der Lage sein digitale Schnittstellen herzustellen und gegebenenfalls zu optimieren, weshalb auch die interne Weiterbildung künftig ein wichtiger Punkt sein wird.


EWiF: Wann wird sich Ihr Unternehmen denn weiteren Themen, wie Beratung zur Logistik, zur gesamten Supply Chain oder dem Kundenmanagement, dem Zahlungsmanagement, u.a. widmen?

 
MK:
Die Kloepfel Group umfasst mittlerweile zehn Gesellschaften, die jeweils Experten auf ihrem speziellen Gebiet sind. Vom Produktkostenoptimierungstool „Cost Control“ der Kloepfel Engineering GmbH bis zum digitalen Einkaufs Tracker der Kloepfel Digital Transformation GmbH ist das Angebot breit gefächert. Man könnte sagen, dass wir die Kompetenzen der Kloepfel Group schon jetzt stetig ausweiten. Kloepfel Consulting hingegen ist und bleibt zunächst eine Einkaufsberatung.

 
EWiF: Herr Sarikaya, wer macht denn bei Ihnen zu Hause den Einkauf? Darf man sich das – wie einst bei Loriot - so vorstellen, dass Sie 128 Gläser Senf mit einem beachtlichen Rabatt plus Skonto einkaufen?

 
DS:
Durch das Tagesgeschäft in der Beratung schielt man natürlich immer mit einem Auge auf die möglichen Einsparungen aber anders als Herr Lohse in „Pappa ante Portas“ weiß ich auch um den benötigten Senfhaushalt bei uns Bescheid, da kann das Skonto noch so einladend sein.


EWiF: Und wer übernimmt bei Ihnen zu Hause die Einkaufsverhandlungen, Herr Senator Kloepfel?

 

MK: Verhandeln lohnt sich immer, wenn es angebracht ist. Beispielsweise beim Autokauf oder bei anderen größeren Anschaffungen. An der Supermarktkasse oder im Restaurant beispielsweise bezahle ich natürlich wie jeder andere auch.

 

EWiF: Meinen herzlichen Dank Ihnen beiden für das Gespräch.

 

MK: Auch Ihnen vielen Dank für Ihre Vorbereitung.

 

DS: Empfehlen Sie uns gerne weiter, Herr Knittel.

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